Mit der Goldmedaille im Vierer ohne Steuermann bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften löste die Löhnbergerin Marie Gelbert wieder das Ticket zu den U23-Weltmeisterschaften, die in diesem Jahr auf der Wedau-Regattabahn in Duisburg ausgetragen werden.
Gelbert, die in Frankfurt studiert und trainiert, aber weiterhin für den Weilburger Ruderverein startet, hatte sich akribisch in mehreren Trainingslagern und im Bundesstützpunkt Ratzeburg/Hamburg vorbereitet.
Eigentlich sollte die DJM auf dem Baldeneysee in Essen stattfinden, der war in diesem Jahr allerdings durch eine neuartige Algenform total verkrautet und trotz vieler Bemühungen nicht ruderbar. So legte der Essener Regattaveranstalter seine Meisterschaft in einem Kraftakt auf den Elfrather See in Krefeld, musste dabei aber auch noch die extremen Wetterbedingungen meistern. So wurden nur die Vorläufe ausgetragen, die üblichen Hoffnungsläufe entfielen, sodass nur die jeweiligen Vorlaufersten und-zweiten sowie die nächsten Zeitbesten bis zu zwölf Booten direkt ins Halbfinale kamen.
In Renngemeinschaft mit Melisa Mujic (Wandsbek), Helena Wegener (Wannsee Berlin) und Tabea Koop Rapid Berlin) ging die Löhnbergerin Gelbert auf dem Elfrather See an den Start.
Seit der Leistungsüberprüfung im April bis zuletzt auf der Internationalen Regatta in Ratzeburg hatten sich sechs Mannschaften aus vielen Vereine quer durch die Republik herausgebildet, die um die Medaillen kämpften. Auf der 2.000-Meter-Strecke sprintete der Vierer aus Hamburg/ Frankfurt / zunächst an die Spitze, gefolgt von Marie Gelbert’s Team. Eine knappe Sekunde nach 500 Metern, bei Streckenhälfte zweieinhalb Sekunden, dann begann die Aufholjagd. Eineinhalb Sekunden betrug der Rückstand bei 1.500 Meter, ehe auf Höhe der Zuschauer, 200 Meter vor dem Ziel, beide Bugbälle auf einer Linie waren. Mit hoher Frequenz und zweiunddreißig Hundertstel Sekunden Vorsprung erkämpften sie sich den Titel und das Ticket zur WM.
Fünf Frauen-Achter, fast durchgängig besetzt mit Ruderinnen aus je acht Vereinen lagen am Start, der für die Renngemeinschaft RC Allemannia Hamburg/ Marie Gelbert -Weilburger RV/ Wandsbek /Mainz/RG HANSA Hamburg/ Schwerin /Wannsee/ Rapid Berlin /Düsseldorf mit einem Blitzstart und der Führung nach dem ersten Streckenviertel begann. Dann übernahm der favorisierte Achter die Führung, sicher auf Platz zwei erkämpfte Gelbert‘s Crew die Silbermedaille.
Nach einem Training in Berlin ist der Vierer nun mit der Nationalmannschaft im badischen Breisach angekommen, bevor es nach Duisburg geht. Ob Gelbert auch die U23-EM rudern kann, zu der sie nominiert ist, steht aufgrund von Klausuren noch nicht fest.
Die Weilburger U17-Junioren hatten sich im Vorfeld nach den Ergebnissen der großen Regatten vielleicht ein bisschen mehr erhofft, doch war das Meldefeld auch für Krefeld leistungsmäßig sehr geschlossen, sodass es immer auf die Tagesform ankam.
Elin Hamm, im hessischen Boot mit Charlotte Häuser (Limburg) und Hannah Reelfs, Helena Hünicke sowie Steuermann Maximilian Röthig (alle Hanau) mussten schon alle Register ziehen, um das Semifinale zu erreichen, da das gesamte Feld über die Saison sehr eng zusammen über die Ziellinien ruderte.
Das erledigte das Quartett aber mit Bravour, führte bei 500 Metern, ehe Schleswig-Holstein bei 1.000 Metern knapp die Führung übernahm. Mit sicherem Abstand vor Hamburg und zwei NRW-Booten war der Weg ins Halbfinale frei.
Hier setzte sich der favorisierte Vierer aus Halle / Magdeburg erwartungsgemäß in Front, dahinter Hamburg und auf Platz drei das hessische Boot, das mit drei Sekunden Rückstand auf die Siegerinnen den Einzug ins Finale sicherte.
Halle / Magdeburg übernahm wieder die Initiative und lag bei 500 Metern schon eine Bootslänge vor Essen, eine halbe Länge zurück die Hessinnen mit Elin Hamm. Das gleiche Bild bei 1.000 Metern, nur hatten sich die Hamburgerinnen mittlerweile an Hessen vorbeigerudert. Zweihundert Meter vor dem Ziel mobilisierten die Ruderinnen von Lahn und Main nochmal alle Kräfte und schoben mit 26 Hundertstel Vorsprung ihren Bugball auf den vielbejubelten Bronzerang.
Elin Hamm / Xenia Penner kamen im Vorlauf des Doppelzweiers, zu dem 18 Boote gemeldet waren, als siebtschnellstes Team über die Zeitregelung ins Halbfinale der besten Zwölf. Hier hatte sich der Deutsche Ruderverband wegen der Hitze entschieden, nur die jeweils besten drei Boote das A-Finale ausrudern zu lassen, das B-Finale entfiel, die Plätze sieben bis zwölf wurden entsprechend der Halbfinalzeiten gewertet. Leider passte wohl die Tagesform nicht, sodass Weilburg von Beginn an auf Platz vier ruderte und somit das A-Finale verpasst wurde. Entsprechend der angewandten Zeitregelung erreichten Hamm / Penner den Gesamtplatz acht.
Vincent Kleinert / Raphael Borkott hatten sich schon zu Beginn der Saison im Doppelzweier die Halbfinalteilnahme zum Ziel gesetzt. 24 Mannschaften in vier Abteilungen stellten sich dem Starter auf der 1.500-Meter-Strecke. Mit einem beherzten Start setzten sie sich zusammen mit der Renngemeinschaft Wiesbaden / Hanau an die Spitze des Feldes und ruderten mit einem Luftkasten Rückstand über die Streckenhälfte, Nach 1.000 Metern betrug der Rückstand knapp zwei Sekunden, bevor Kleinert / Borkott nochmal mit einem Endspurt verkürzten und vor Witten, Minden, München und Potsdam Platz zwei und die Qualifikation für das Halbfinale schafften. Hier versuchten die beiden wieder mit einem schnellen Start im Führungstrio mit zu rudern, was bis zur Streckenhälfte gelang. Dann fielen die Weilburger doch etwas zurück und ruderten als Fünfte durchs Ziel. Über Gesamtplatz neun war das Duo aber sehr zufrieden.
21 U17-Leichtgewichte kämpften bei glattem Wasser um die Halbfinalplätze. Moritz Sterkel übernahm vom Start weg Platz zwei hinter dem Berliner Artur Lehnert, kontrollierte mit seiner hervorragenden Technik über die gesamte Strecke das restliche Feld und sicherte sich das Weiterkommen. Obwohl Zeiten beim Rudern nicht immer aussagekräftig sind, war hier aber klar, dass das Erreichen des A-Finals schwierig sein dürfte. Im Semifinale hatte Sterkel dann den schwereren Lauf erwischt, musste bei Streckenhälfte etwas abreißen lassen und belegte Platz fünf. Die Zeit hätte im ersten Lauf für Platz drei gereicht, so erreichte der ehrgeizige Langenbacher Gesamtplatz acht.



